Der Reigen
Arthur Schnitzlers zwischen November 1896 und Februar 1897 entstandener Reigen führt in zehn Dialogen die Sexualmoral der Wiener Gesellschaft des Fin de Siècle vor. Was zunächst für Theaterskandale sorgte, erregte bald auch das Interesse der Filmschaffenden. Die 1973 von Otto Schenk inszenierte Version stellte bereits die dritte Leinwandadaption des Bühnenklassikers dar. Realisiert wurde dieses Prestigeprojekt von der Lisa-Film des niederösterreichischen Erfolgsproduzenten Karl Spiehs. Mit dem enorm hohen Budget von 14 Millionen Schilling konnten Schauspielstars wie Senta Berger, Helmut Berger, Maria Schneider, Sydne Rome oder Erika Pluhar engagiert werden. Die opulent aufgezogene Welturaufführung fand am 25. Oktober 1973 im Wiener Apollokino im Beisein zahlreicher Prominenz, darunter Bundeskanzler Kreisky, statt. Otto Schenks einzige Regiearbeit für das Kino geriet allerdings zum Flop und verschwand für Jahrzehnte in der Versenkung. Auf Filmarchiv ON kann dieses filmhistorische Kuriosum nun wiederentdeckt werden.