Gebürtig
1987, mitten in der Zeit der Waldheim-Affäre. Der jüdische Emigrant Hermann Gebirtig hat sich ein Leben als erfolgreicher Schlagerkomponist in New York aufgebaut und glaubt seine Vergangenheit längst hinter sich. Doch die Geschichte holt ihn ein, als ihn eine Journalistin aus Wien überredet, gegen einen ehemaligen KZ-Aufseher auszusagen. Wie umgehen mit dem Schatten, den das vergangene Grauen auf Gegenwart und Zukunft wirft? Der jüdische Wiener Kabarettist Danny betrachtet die Nazi-Vergangenheit seines Heimatlandes derweil mit schwarzem Humor: Für ihn ist Wien von der »Antisemitismus-Hauptstadt« zur »Vergessens-Hauptstadt« geworden. »Es ist kein Film über Vergangenheitsbewältigung, sondern über Gegenwartsbewältigung. Das ist entscheidend. Denn eine Vergangenheit kann man eigentlich nicht bewältigt haben. Man kann nur bewältigen, wie sie in die Gegenwart eingreift …« (Robert Schindel) Zum Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner 2026 zeigt das Filmarchiv Austria diesen Schlüsselfilm der Erinnerungskultur in einer neu restaurierten Fassung.