Dass Christoph Waltz irgendwann einen Bond-Bösewicht spielen sollte, schien beinahe unausweichlich. In Nr. 24 tritt er in die Fußstapfen von Telly Savalas und Donald Pleasence und macht als einst eifersüchtiger Stiefbruder, der inzwischen zum Leiter einer internationalen Terrororganisation aufgestiegen ist, der britischen Doppel-Null das Leben schwer. Wie kaum ein anderer Teil bündelt SPECTRE die Stärken und Schwächen der Craig-Ära: eine geerdete Hauptfigur und zeitgemäße Themen treffen auf emotionale Überfrachtung und erzählerische Inkonsistenzen. Mit fulminant inszenierter Action in aller Welt (u. a. auch in Österreich) wirkt der Film eigentlich recht passend für unsere Zeit, in der Politik und Macht von geltungssüchtigen wie schnell beleidigten Komplexhaufen ausgeübt werden.
(Florian Widegger)