Im Interview mit Bogdanovich erzählt Lang, dass er, als er MINISTRY OF FEAR kürzlich im Fernsehen gesehen habe, eingeschlafen sei. Eigentlich unverständlich, zeigen sich doch gerade hier sein meisterliches Gespür für suspense und Mise en scène: Immer wenn es spannend wird, gehen im Film die Lichter aus. Die Bedrohung bleibt somit im Dunkeln, unsichtbar, aber nicht weniger gefährlich. Zu Beginn wird ein Mann aus einer Nervenheilanstalt entlassen, gewinnt mit Hilfe einer Wahrsagerin auf einem Dorffest eine Torte, die allerdings nicht für ihn bestimmt ist, gerät bei der darauffolgenden Zugfahrt an einen Blinden, der ihm ans Leder will und entkommt nur knapp einem Luftangriff der Nazis. Und das alles passiert schon in den ersten zehn Minuten dieser tempo- und wendungsreichen Fantasterei!
(Florian Widegger)