Fast fünf Jahrzehnte nach seinem Regiedebüt kehrt Walter Hill, einer der großen Spezialisten des schnörkellosen Actionkinos, noch einmal in den Wilden Westen zurück. Gewidmet seinem Vorbild Budd Boetticher, dessen Vorliebe für moralische Grauzonen und unprätentiöse Inszenierung er teilt, ist dieses Alterswerk aber mehr als eine nostalgische Rückschau: Der Beweis, dass es keine spektakulären Mittel braucht, solange man weiß, wie man Geschichten richtig erzählt, d. h., sein Handwerk beherrscht. Dementsprechend legt auch Waltz, der erneut als Kopfgeldjäger durch die Prärie zieht, seine Figur als gelassenen, wohlüberlegt handelnden Gegenentwurf zu Dr. King Schultz an. Ein Film, der niemandem mehr etwas beweisen muss, und der gerade deshalb seinem Genre noch einmal neue alte Würde verleiht.
(Florian Widegger)