Kasmandlfahren zu Martini im Salzburger Lungau
Der im Lungau tief verwurzelte Brauch des Kasmandlfahrens findet alljährlich am 10. November, dem Vorabend des Martinitages, statt. Der Legende nach lebt das Kasmandl, ein kleiner runzeliger Almgeist, den Sommer über in den Bergen, wo es sich von Wurzeln und Kräutern ernährt.
Wenn der Herbst ins Land zieht, das Vieh im Herbst ins Tal getrieben wird und die Hütten verlassen sind, zieht das Kasmandl für den Winter in die leeren Almhütten ein. Um Nahrung für die kalte Jahreszeit zu suchen, steigt es symbolisch ins Tal herab. Diese mystische Erzählung bildet die Grundlage für den traditionellen Brauch, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Verkleidete Kinder ziehen von Haus zu Haus, tragen Gedichte vor und verteilen traditionelle Lungauer Köstlichkeiten. Diese Reportage aus 1973 gibt einen Einblick in das alte Ritual.