Gedenken an die »Reichskristallnacht « 9.11.1938 in Wien
Der Novemberpogrom, die sogenannte »Reichskristallnacht«, war eine konzertierte Gewaltaktion der Nationalsozialisten gegen die jüdische Bevölkerung; in der Nacht vom 9. auf den 10. November wurden im gesamten Deutschen Reich rund 1400 Synagogen und Betstuben gestürmt und in Brand gesetzt. In Wien waren die Pogrome von besonderer Brutalität gekennzeichnet, Hunderte Geschäfte, Betriebe und Wohnungen sowie fast alle Synagogen wurden unter maßgeblicher Beteiligung der Bevölkerung zerstört. Dabei kam es zu zahlreichen Todesopfern sowie zur Verhaftung und Deportation von Tausenden Wiener Jüdinnen und Juden in das KZ Dachau. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in Wien zumindest noch einige Ruinen der devastierten Synagogen zu sehen. Anlässlich des Gedenkens an die »Reichskristallnacht« am 9. November 1946 dokumentierte die Besatzungswochenschau WELT IM FILM die Überreste der zerstörten Gebäude. Vom Leopoldstädter Tempel etwa stand noch die stark beschädigte Hauptfassade, die Synagoge Ottakring war zumindest außen weitgehend intakt. Nur der Wiener Stadttempel in der Seitenstettengasse blieb nahezu unversehrt. Nachdem es weder den politischen Willen noch die finanziellen Mittel gab, die Wiener Synagogen wieder aufzubauen, fielen die 1946 noch bestehenden Brandruinen und Außenmauern späteren Neubauprojekten zum Opfer.