Raiding im Burgenland, Heimat von Franz Liszt
Am 22. Oktober 1811 wurde Franz Liszt im damals zur ungarischen Reichshälfte der Monarchie gehörenden Dorf Raiding geboren. Hier verbrachte er die ersten Jahre seines Lebens und hörte die traditionelle Musik der Roma sowie die Kirchenmusik, die sein Vater im Ort pflegte.
Im Alter von neun Jahren gab Liszt – der bald als Wunderkind bezeichnet wurde – seine ersten Konzerte. In der Folge entwickelte er sich zu einem der produktivsten und einflussreichsten Komponisten des 19. Jahrhunderts, sein Oeuvre umfasste über 1300 Werke und Bearbeitungen. 44 Jahre nach dem Tod des Musikers im Jahr 1886 entstanden 1930 diese Filmaufnahmen, die Raiding noch in vormoderner Idylle mit einem Ziehbrunnen und Gänsen im Dorfzentrum zeigen. Zu sehen ist auch die alte Kulturlandschaft des Heidebodens, die als eine künstlerische Heimat von Franz Liszt galt. 1979 wurde in seinem Geburtshaus das Franz-Liszt-Museum eröffnet, 2005 erfolgte mit einem neuen Konzertsaal der Ausbau zum Lisztzentrum Raiding. Der 1901 in Ödenburg (Sopron) geborene Regisseur des Films Hans Brückner avancierte in den Zwischenkriegsjahren zu einem der wichtigsten österreichischen Filmschaffenden. 1938 wurde er mit seiner jüdischen Familie vertrieben und emigrierte nach Kolumbien; dort gelang es ihm, seine Filmarbeit fortzusetzen.