950 Jahre Ostarrichi-Feier in Neuhofen an der Ybbs
Schon kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges suchte die neu entstandene Zweite Republik nach Identität und historischer Legitimation. Dazu griff man auf die Ostarrichi-Urkunde aus dem Jahr 996 zurück, auf die sich der Name Österreich bezieht. Kaiser Otto III. schenkte darin dem Bistum Freising in Bayern einen Hof und etwa 1.000 Hektar Land bei Neuhofen an der Ybbs. Basierend auf diesem historischen Dokument initiierte Unterrichtsminister Felix Hurdes 1946 die Aktion »950 Jahre Österreich«. Ziel war es, in der Bevölkerung des in Trümmern liegenden Landes ein neues Österreich-Bewusstsein zu verankern und sie zum Wiederaufbau zu motivieren. Ein emotionaler Höhepunkt fand am 28. Oktober 1946 in Neuhofen an der Ybbs statt, als Bundeskanzler Dr. Leopold Figl am Kirchenplatz einen Ostarrichi-Gedenkstein als Symbol für die wiedergefundene Identität enthüllte. Später entstanden in Neuhofen eine Ostarrichi-Gedenkstätte und ein eigenes Ostarrichi-Museum.