Die Revitalisierung des Wiener Spittelbergs
Anfang der 1970er-Jahre galt der Wiener Spittelberg in Wien-Neubau als heruntergekommenes und sozial stigmatisiertes Stadtviertel, in dem lange auch Prostitution und Kriminalität blühten. Die historische Bausubstanz mit zahlreichen Barock- und Biedermeierhäusern war größtenteils von Armut geprägt und baufällig. Gegen den von der Stadt Wien erwogenen Abriss formierte sich bald eine Widerstandsbewegung, in deren Zentrum das 1975 besetzte Amerlinghaus stand. Die Proteste blieben nicht ungehört und führten zur Gründung des Altstadterhaltungsfonds und einer neuen Schutzzonenregelung. Die Sanierung des Spittelbergviertels wurde zu einem paradigmatischen Leitprojekt der sanften Stadterneuerung; der Wochenschaubeitrag präsentiert die Entwicklungen, die am Beginn eines nachhaltigen städtebaulichen Transformationsprozesses standen.