Asphalt
Fünf Schicksale von Minderjährigen inmitten der Nachkriegstrümmer, geborgen aus Polizeiberichten. Drei naive Mädchen, deren unbekümmerter Leichtsinn sie auf moralische Abwege führt. Zwei verlorene Burschen, die sich des Diebstahls und Totschlags schuldig machen. Aufgezäumt als rasant improvisierte Halbstarken-Kolportage, vollgesogen mit Atmosphäre und Gestalten des Milieus. Ungemein reizvoll gerade im klassischen Widerspruch, einerseits mahnende Erzählung von sittlichem Verfall und drohenden Verführungen zu sein, andererseits lustvoll energiegeladenes Dokument eines ungebändigten Lebenshungers. Abseits von schwerfälligen Studiokulissen und zeitfernen Heimat-Idyllen, innerhalb derer sich das miefige und geschichtsvergessene österreichische Kino der 1950er-Jahre bald bequem einrichtete, zeigt Harald Röbbelings ASPHALT ungefilterte Bilder des grauen Lebens auf den Straßen Wiens. Im Stil des italienischen Neorealismus werden Geschichten aus gesellschaftlichen Randzonen vorgeführt, die bis dato noch kaum von Filmscheinwerfern erhellt wurden.