Retrospektiven
 

Romy Schneider

Acht Filme zum 80. Geburtstag

13.9.–3.10.2018

Es gibt wohl nichts, was über Romy Schneider nicht gesagt oder geschrieben worden wäre – trotzdem bleibt sie ein Rätsel. Mit ihrem frühen Tod im Alter von nur 43 Jahren am 29. Mai 1982 in Paris, über dessen Umstände lange spekuliert wurde, verließ sie für immer die Bühne. Bis dahin hatte sie in knapp über sechzig Filmen mitgespielt und fast dreißig Jahre lang Kinogeschichte geschrieben.

 

In ihrer Wahlheimat Frankreich avancierte sie zur Grande Dame, während hierzulande die Schicksalsjahre als junge Kaiserin niemals endeten. Am 23. September wäre die in Wien geborene Ausnahmekünstlerin und Grenzgängerin Romy Schneider 80 Jahre alt geworden.


Romy Schneider

Retrospektive von 13. September bis 3. Oktober 2018

KURATOR

Florian Widegger

TICKETRESERVIERUNG

reservierung@filmarchiv.at
+43 1 512 18 03 (täglich 15:00-21:00)

SPIELORT

METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4, 1010 Wien
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BUCHTIPP

Karin Moser (Hg.),
Romy Schneider
Filme. Rolle. Leben.

360 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, erhältlich im Online-Shop oder direkt im METRO Kinokulturhaus

 

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Zweifellos war sie wohl der erste internationale Star, den der österreichische Film nach dem Zweiten Weltkrieg hervorbrachte, wurde umjubelt und verehrt – aber auch angefeindet und von der Presse, gerade was ihr Privatleben betraf, nicht gerade freundlich behandelt. Ein fulminanter Karrierestart hievt die Tochter des Schauspielerehepaars Wolf Albach-Retty und Magda Schneider als SISSI mit 17 Jahren an die Spitze, es folgen weitere Auftritte in Unterhaltungsfilmen, etwa an der Seite von Karlheinz Böhm, Horst Buchholz oder ihrer Mutter. Wohl fühlt sie sich in diesen Rollen selten, aber sie mehren ihren Ruhm. Ende der 1950er-Jahre verschlägt es sie, auch der Liebe zu Alain Delon wegen, nach Frankreich, wo sie sich von ihrer Familie emanzipiert. Die Angebote werden anspruchsvoller, wie auch die mediale Aufmerksamkeit größer wird, vor allem als die Beziehung zu Delon in die Brüche geht. Bis dahin hat sie mit den Größen des Weltkinos gearbeitet: Orson Welles, Otto Preminger, Luchino Visconti. Nach ihrer Heirat mit dem Schauspieler und Regisseur Harry Meyen 1966 folgt der Rückzug ins bürgerliche Leben – bis sie von Delon das Angebot erhält, in LA PISCINE (DER SWIMMINGPOOL) mitzuwirken.

 

»In diesem Beruf habe ich immer Angst, nicht alles aus mir herauszuholen. Jeder Film, in dem ich mitwirke, ist für mich wie eine Wette, die ich unbedingt gewinnen muss. Ich muss mich immer selbst übertreffen«, sagt sie 1974. LA PISCINE markiert einen besonderen Wendepunkt in Schneiders Filmografie. Mit ihm beginnt nicht nur ihre zweite Karrierephase, auch die Figuren, die sie von nun an verkörpert, werden reifer: »Als sie LES CHOSES DE LA VIE (DIE DINGE DES LEBENS) mit Claude Sautet dreht, zeichnet sich ab, dass sie ihre Rollen nun nicht mehr wahllos aussucht. Sie scheinen vielmehr kontinuierlich aneinander anzuknüpfen. Sie findet Autoren und Regisseure, mit denen sie eine Kinofigur von unverwechselbarer Kontur entwickeln kann.« (Gerhard Midding)

 

Jene fünf Kinofilme, die sie mit Sautet in den 1970er-Jahren dreht, bilden auch das Herzstück unserer kleinen, acht Filme umfassenden Hommage an Romy Schneider, die sich auf diese zweite Karrierephase konzentriert. Neben dem bereits erwähnten LA PISCINE zeigen wir Andrzej Żuławskis Tour de Force L’IMPORTANT C’EST D’AIMER (NACHTBLENDE) und LA PASSANTE DU SANS-SOUCI (DIE SPAZIERGÄNGERIN VON SAN-SOUCI), eines ihrer Herzensprojekte, das zugleich ihr letztes werden sollte. (Florian Widegger)

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»Jeder Film, in dem ich mitwirke, ist für mich wie eine Wette, die ich unbedingt gewinnen muss. Ich muss mich immer selbst übertreffen.«

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