Ausstellung
 

Kino Welt Wien

Eine Kulturgeschichte städtischer Traumorte

METRO Kinokulturhaus bis 10.1.2021 | Pop-up Augarten 9.7.–16.8.2020

Das Grundprinzip des Kinos: ein Projektor wirft bewegte Bilder auf die Leinwand und fesselt den Blick der ZuschauerInnen. Für die Dauer des Films sind sie im Kino und doch in einem anderen Raum – der Wirklichkeit, der Fantasie, der Emotion, der Manipulation? Die neue Ausstellung im METRO Kinokulturhaus erzählt die Geschichte eines magischen Raumes, den Menschen betraten, um ihn verändert zu verlassen. Das Kino eröffnet einen grenzenlosen Raum aus Wünschen, Hoffnungen und Träumen, den jede Generation und jede Stadt auf ihre Weise gestaltet.

 

Seit 1. Juni hat die Ausstellung im METRO Kinokulturhaus wieder geöffnet. Auch die geplante Kooperation mit den Wiener Bezirksmuseen soll fortgesetzt werden, sobald der Betrieb dort wieder aufgenommen werden kann.

 

Für der Dauer des Sommerkinos Wien wie noch nie ist die »Kino Welt Wien« zudem – bei freiem Eintritt – als Pop-up im Augarten zu Gast. Hier wie dort stehen die Menschen und ihre Kinoerlebnisse im Mittelpunkt. Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Kinos Nahversorger ums Eck waren? Welches Kino vermissen Sie? Schwelgen Sie mit uns in alten Ansichten, nehmen Sie Kinosammelkarten mit nach Hause und erzählen Sie uns Ihre Kinoerinnerungen!


Kino Welt Wien – Eine Kulturgeschichte städtischer Traumorte

METRO Kinokulturhaus
bis 10. Jänner 2021

Pop-up-Ausstellung im Augarten
9. Juli bis 16. August 2020

Kuratorin

Martina Zerovnik

Ausstellungsorte und Öffnungszeiten

METRO KINOKULTURHAUS
Johannesgasse 4, 1010 Wien
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bis 9.7. MO–SA 14:00–19:00
ab 10.7. täglich 14:00–20:00

POP-UP AUGARTEN
Obere Augartenstraße 1, 1020 Wien
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9.7.–16.8. täglich 19:00–21:30
Eintritt frei!

Führungen

Regelmäßige Führungen, spezielle Angebote für Gruppen und Schulen

Kontakt: kulturvermittlung@filmarchiv.at
Zum Vermittlungsangebot

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Der Kinematograf eroberte nach seiner ersten Präsentation 1896 ganz Wien. Die Leopoldstadt mit dem Prater wies neben der Inneren Stadt die meisten Spielstätten auf. Neubau entwickelte sich durch Kinos, Film- und Verleihfirmen zum Zentrum der Branche. Auch die Landstraße war kinoreich. Unter den äußeren Bezirken verfügten Ottakring, Meidling, RudolfsheimFünfhaus und Favoriten – mehrheitlich »Arbeiterbezirke« – über besonders viele Kinos. Die Kinos prägten mit ihren leuchtenden Fassaden das Weichbild der Stadt und reflektierten die Träume der Menschen – bis in den 1950erJahren das Fernsehen Einzug in die Wohnzimmer hielt. Nach Höchstzahlen von über 200 hatte Wien 1980 nur noch knapp 70 Kinos. Heute sind es gut 30.

 

Von der Schaubude und dem Ladenkino zum eleganten Lichtspieltheater, vom Programmkino zum Megaplex zeugt das Kino ebenso von sozialem und technischem Wandel wie von städtischer Kulturpolitik. Als kultureller und sozialer Ballungsraum verhandelt es maßgebliche Entwicklungen des 20. Jahrhunderts und im Hintergrund ringen Sensation, Bildung, Kapital, Kunst und Politik um die Gunst des Publikums.

 

Die Ausstellung lädt die BesucherInnen auf zwei Ebenen dazu ein, durch die vergangene und die heutige Wiener Kinolandschaft zu flanieren und in wesentliche Etappen der Kinogeschichte einzutauchen. Zu sehen sind eine Vielzahl an Grafik, Foto- und Filmdokumenten sowie Relikte aus Wiener Kinos. Eine zentrale Sammlung bilden Berichte des Publikums. Auch die BesucherInnen der Ausstellung haben die Möglichkeit, Erinnerungen an ihre Kinoerlebnisse zu hinterlassen. (Martina Zerovnik)

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»Wann immer es möglich war, ging ich ins Weltbildkino oder ins Poppenwimmer.
Schrecklich war das Jugendverbot. In der nahen Kirche hab’ ich dann ein Gebet ausgestoßen, dass ich in die Filme reinkomme.«

Erika Pluhar

Die Ausstellung »Kino Welt Wien« thematisiert auch die Funktion der Kinos als öffentliche Orte, als kulturelle Nahversorger in allen Bezirken der Stadt. Als Referenz an diese einst flächendeckende urbane Infrastruktur ruft das Filmarchiv Austria die lokale Kinogeschichte Wiens in den Bezirksmuseen und in ausgewählten Kinobetrieben wieder in Erinnerung. Dort werden die wichtigsten historischen und aktuellen Kinoorte der jeweiligen Bezirke in Form von Sammelkarten zum Mitnehmen präsentiert.


»Kino Welt Wien« in den Bezirksmuseen und Wiener Kinos

Mit einem aktuellen Ticket eines Partnerkinos erhalten Sie einen vergünstigen Besuch in der Ausstellung »Kino Welt Wien« im METRO Kinokulturhaus.

»Man ist ja nicht in einen Film, sondern ins Kino gegangen.
Meist hat man gar nicht gewusst, was gespielt wird,
man hat sich alles angeschaut.«

Peter Patzak

»Im Kino gewesen – geweint«, notierte Franz Kafka 1921 in sein Tagebuch. Was haben Sie im Kino erlebt? Was war oder ist »Ihr« Wiener Kino? Welcher Kinobesuch wird für Sie immer unvergesslich bleiben? Das Filmarchiv Austria sammelt Ihre Kinoerinnerungen – als Notizen, Objekte, Fotos oder Videos. In der Ausstellung »Kino Welt Wien« sowie in den Wiener Bezirksmuseen und ausgewählten Kinos finden Sie dazu Sammelkarten mit Kurzporträts wichtiger Betriebe damals und heute. Hinterlassen Sie Ihre Erinnerungen handschriftlich, per E-Mail oder kontaktieren Sie uns direkt. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Kinogeschichte!


Kino der Erinnerungen – Suchaufruf

Kontaktieren Sie uns unter
kinoerinnerungen@filmarchiv.at
oder 0800 220 242 (MO–FR 10:00–16:00)

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung
Kino Welt Wien

»Wenn ich Schule geschwänzt habe, bin ich ins Nonstop-Kino gegangen.
Erinnern kann ich mich auch noch an den grausigen Film mit Paula Wessely,
diesen unerträglichen HEIMKEHR.«

Erni Mangold

Ausstellungsteam

GESAMTLEITUNG
Ernst Kieninger

KURATORIN
Martina Zerovnik

GRAFIK UND GESTALTUNG
Christina Zettl, Thomas Untersweg, Katharina Hohenwarter,
Michael Hafner, Julian Lanca Gil (BUERO41A)

ORGANISATION
Anna Högner, Ernst Kieninger, Martina Zerovnik

AUSSTELLUNGSASSISTENZ
Timotheus Ueberall

BILDREDAKTION/FOTOSAMMLUNG
Aldijana Bećirović

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Larissa Bainschab

AUFBAU
Michael Hafner, Daniel Oberthaler

AUSSTELLUNGSMEDIEN
Jakob Hütter, Thomas Planitzer, Reinhard Pölzl,
Michael Guggenbichler, Johannes Krumböck (Hand mit Auge)

MÖBELSPONSOR
ARPER

Header-Bild:
Neubauer Lichtspiele, 1970er-Jahre
Sammlung Pauer | Foto: Wolfgang Breyer