Retrospective
 

KINORESONANZEN

100 Jahre Republik

15.11.–6.12.2018

Termine

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Zunächst als jüngstes, dann als bedeutendstes Medium des 20. Jahrhunderts hat es sich das Kino immer wieder zur Aufgabe gemacht, gesellschaftliche Entwicklungen, politische Ereignisse oder einfach nur Stimmungslagen im Land einzufangen und auf die Leinwand zu bannen.

 

Die Retrospektive Kinoresonanzen versammelt anlässlich des Gedenkjahres 2018 eindrückliche Beispiele dazu und zeigt in 20 Programmen, wie diese Übersetzung ins Medium Film – seit der Ausrufung der Republik am 12. November 1918 – stattgefunden hat.

 

In Kooperation mit dem Haus der Geschichte Österreich, das am 10. November seine Eröffnung feiert.


Kinoresonanzen – 100 Jahre Republik

Retrospektive von 15. November bis 6. Dezember 2018

Kuratoren

Ernst Kieninger, Florian Widegger

Ticketreservierung

reservierung@filmarchiv.at
+43 1 512 18 03 (täglich 15:00-21:00)

Spielort

METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4, 1010 Wien
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Die ausgewählten Filme eint eine gewisse zeitliche Unmittelbarkeit (manchmal auch Dringlichkeit): Statt auf Geschichtsforschung oder Vergangenheitsbewältigung zu fokussieren, befinden sich FilmemacherInnen und ZuschauerInnen gleichermaßen »mittendrin« im Geschehen. Etwa im Roten Wien der 1920er- und 30er-Jahre, als die Republik zahlreichen inneren Konflikten ausgesetzt war – und in größter Not ein SONNENSTRAHL den Blick dafür frei machte, wie das Zusammenleben auch sein könnte. Eine utopische Märchenrevue wie 1. APRIL 2000 ist nicht weniger als die Bestandsaufnahme des besetzten Staats, der am liebsten die jüngsten Ereignisse aus seinen Geschichtsbüchern streichen und dafür auf gloriose Errungenschaften ferner Zeiten verweisen möchte. Umso deutlicher hinterlassen später KASSBACH und seine Kameraden ihre Spuren in diesem gesellschaftlichen Vakuum. Spätestens ab den 1990er-Jahren findet ein Paradigmenwechsel statt: Vorrangig sind es engagierte Dokumentarfilme, in denen sich Widerstand und Systemkritik wiederfinden. Der Omnibusfilm ZUR LAGE oder Peter Kerns grelle Satire HAIDER LEBT – beides Reaktionen auf Schwarz/Blau I – bleiben Ausnahmen, möglicherweise auch, weil langwierige Produktionsprozesse Spielfilme als eine direkte Reaktion auf Zeitumstände verunmöglichen. Mit WALDHEIMS WALZER schließt sich der Kreis zu unserer Nachbilder-Schau vom März: Obwohl diese Ereignisse bereits über 30 Jahre in der Vergangenheit liegen, ist der Film heute aktueller denn je. (Florian Widegger)

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