Film | University
 

THE SCIENCE OF DEDUCTION

SHERLOCK HOLMES & SIGMUND FREUD

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Arthur Conan Doyle, Holmes’ kreativer Schöpfer, könnte den Begründer der Psychoanalyse im Jahr 1891 getroffen haben, als Doyle in Wien war, um Augenheilkunde zu studieren. Freud war damals ein kaum bekannter Arzt und wohnte noch nicht in der Berggasse 19, Sherlock Holmes war noch nicht einmal erfunden. In den folgenden Jahren wurden Holmes und Freud als ebenso begnadete wie besessene Zeichenleser weltberühmt. Beide beobachten scharf und deduzieren »streng wissenschaftlich«, wie sie auf ihre je eigentümliche Art betonen.

 

Im Rahmen dieser Vorlesung, die die Verknüpfung von Realität und Fiktion, Kriminalität und Psychoanalyse, Geschichte und Geschichten sucht, werden die Filme COMPULSION (1959), ROPE (1948),  SÜHNHAUS (2016) und PRINCESSE MARIE (2004) gezeigt, die sich mit den zahlreichen Überschneidungen zwischen Holmes und Freud auseinandersetzen.

 


Sherlock Holmes & Sigmund Freud: The Science of Deduction

Ein Programm der Reihe Film | Universität

Kurator

Rainer Köppl

Ticketreservierung

reservierung@filmarchiv.at
+43 (0)1 512 18 03 (15:00-21:00)

Spielort

METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4, 1010 Wien
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Holmes deduziert auf der Ebene der Indizien, der Einschusslöcher, Fußabdrücke, Dreckspritzer. Er kann 140 unterschiedliche Formen von Zigaretten-, Zigarren- und Pfeifenasche unterscheiden. Freud operiert hingegen auf einer ikonischen Ebene, für ihn weist alles Äußere und jede Äußerung auf ein verborgenes Inneres, Ähnliches, Verdichtetes, Versch(r)obenes hin. Seiner Studie Zur Psychopathologie des Alltagslebens gibt Freud den Untertitel Über Vergessen, Versprechen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum. Die einander entgegengesetzten analytischen Methoden von Freud und Holmes treffen aufeinander, wenn es darum geht, Mörder ausfindig zu machen und zu verstehen. Während reale und fiktionale Detektive in der Tradition von Holmes die äußeren Indizien interpretieren, analysieren psychoanalytisch orientierte Kriminalisten die möglichen inneren Motive. Wenn ein nahezu perfekter Mord daran scheitert, dass der Täter seine Brille just am Tatort verliert, sprechen Sherlockianer vom »Kommissar Zufall«, Freudianer wie Theodor Reik hingegen von »Geständniszwang und Strafbedürfnis«. (Rainer Köppl)

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