Retrospektive
 

FILMEMIGRATION AUS NAZIDEUTSCHLAND

Eine Pionierproduktion von Günter Peter Straschek

3.4. und 4.4.2018

Termine

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Aus dem tief empfundenem Unrecht heraus, das den aus Österreich und Deutschland vertriebenen Filmschaffenden widerfahren war, startete der 1942 in Graz geborene Filmhistoriker und Filmemacher Günter Peter Straschek ein erstes großes, ein monomanisches Aufarbeitungsprojekt zur Geschichte der Filmemigration. Ende der 1960er-Jahre begann er zusammen mit seiner Frau, der Übersetzerin Karin Rausch, systematische Recherchen zu den FilmexilantInnen. Ein in Österreich abgelehntes Forschungsprojekt, das dann in Deutschland finanziert wurde, bildete die Basis. Straschek führte in der Folge über 1.000 Interviews mit den EmigrantInnen und ihren Nachkommen, darunter Fritz Lang, Lotte H. Eisner oder Anatole Litvak. Der WDR griff den Vorschlag Strascheks auf und produzierte 1975 FILMEMIGRATION AUS NAZIDEUTSCHLAND – eine heute praktisch vergessene Pionierproduktion zum Filmexil, die in fünf Teilen ausgestrahlt wurde und nach einer einzigen Wiederholung 1977 dann nie wieder im TV zu sehen war.


FILMEMIGRATION AUS NAZIDEUTSCHLAND - GÜNTER PETER STRASCHEK

Retrospektive 3.-4.4.2018
4 Programme

Kurator

Ernst Kieninger

TICKETRESERVIERUNG

reservierung@filmarchiv.at
+43 (0)1 512 18 03 (15:00-21:0

Spielort

METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4, 1010 Wien
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Bis heute ist FILMEMIGRATION AUS NAZIDEUTSCHLAND ein singuläres Projekt der Film- und Fernsehgeschichte geblieben. Eine Produktion, die nicht nur als Dokument, sondern auch als künstlerisches Statement besticht. Straschek nimmt sich Zeit für intensive Gespräche, die ProtagonistInnen werden sorgfältig ins Bild gerückt, das Set ist ihre normale Umgebung. Die aufwendige Gestaltung widersetzt sich deutlich jeder schon damals vorherrschenden Fernsehökonomie, nimmt vielmehr Maßstab am großen Kino – etwa von Straub/Huillett oder auch von Harun Farocki. Dessen Pamphlet Was getan werden soll wurde für Straschek zum Programm. FILMEMIGRATION AUS NAZIDEUTSCHLAND ist faszinierend lebendiger Geschichtsunterricht, der Zeugenschaft ablegt und Wunden offenlegt. Wunden, die im österreichischen und deutschen Kino der Nachkriegsjahre spürbar und sichtbar geblieben sind.

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