Wohlbrück & Walbrook

ICH WAR JACK MORTIMER

Regie:
Carl Froelich
Jahr:
1935
Land:
D

BUCH:
Thea von Harbou, Robert A. Stemmle, nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Lernet-Holenia
MUSIK:
Harald Böhmelt
KAMERA:
Reimar Kuntze
MIT:
Adolf Wohlbrück, Sybille Schmitz, Eugen Klöpfer, Marieluise Claudius, Max Gülstorff, Hilde Hildebrand, Georg A. Profé, Heinz Salfner

LÄNGE:
86 min
FORMAT:
s/w, DCP
FASSUNG:
deutsche Originalfassung
SA 13.11.: Mit einer Einführung von Ursula Seeber

Ein Film-noir-Vorläufer und Nachbote des Weimarer Kinos: Wohlbrück spielt den Taxifahrer Fred Sponer. Die Geschäfte laufen schlecht, die Arbeit zehrt. Als er einen reichen amerikanischen Fahrgast namens Jack Mortimer ermordet auf der Rückbank seines Wagens findet, reagiert Sponer panisch. Er entsorgt die Leiche, gibt sich als Mortimer aus und verstrickt sich damit in eine undurchsichtige Geschichte.

 

»Das Drehbuch […] wird von der Regieleistung Carl Froelichs weit übertroffen«, heißt es im Neuen Wiener Tagblatt, »Froelich macht in einigen Szenen den Versuch, den Kriminalfilm […] nach der psychologischen Seite hin zu retten, wobei ihm das verständnisvolle Spiel Adolf Wohlbrücks als unverbildeter und gradliniger Chauffeur zustattenkommt.« Für Friedemann Beyer ist dieser »Taxi-Driver« gar eine Vorläuferfigur von Robert de Niros Travis Bickle in Martin Scorseses Klassiker: »Sponer ist ein einsamer Held. Isoliert sitzt er hinter dem Steuer seines Taxis und lässt das Treiben der Großstadt, die er durch die Windschutzscheibe seines Wagens nur bruchstückhaft wahrnimmt, an sich vorüberziehen. Ein Mann voller Selbstzweifel, latenter Schuldgefühle, desorientiert in einer Welt, die sich gegen ihn verschworen zu haben scheint.« (Frederik Lang)