1948 – ÖSTERREICH ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN

DAS ANDERE LEBEN

Regie:
Rudolf Steinboeck
Jahr:
1948
Land:
A

BUCH:
Alfred Ibach, nach der Novelle Der 20. Juli von Alexander Lernet-Holenia
KAMERA:
Willi Sohm
MUSIK:
Franz Salmhofer
MIT:
Aglaja Schmid, Robert Lindner, Vilma Degischer, Leopold Rudolf, Siegfried Breuer, Erik Frey, Anton Edthofer, Gustav Waldau, Erni Mangold, Carl Günther

LÄNGE:
109 min
FORMAT:
s/w, 35mm
FASSUNG:
deutsche Originalfassung
SO 7.10.: Mit einer Einführung von Olaf Möller

Im Zusammenhang mit DAS ANDERE LEBEN liest man immer wieder, dass in der unmittelbaren Nachkriegszeit sowohl die Thematisierung des Holocaust als auch des Widerstands gegen die Naziherrschaft quasi einem Tabubruch gleichkamen. Nun, angesichts der Wochenschauen muss man klar hinzufügen: im Spielfilm, d. h. der kostspieligsten Form, die Allgemeinheit zu adressieren, zu involvieren, potenziell mit ihrer Verwicklung in die Verbrechen zu konfrontieren, vielleicht aber auch eilfertig zu exkulpieren. Rudolf Steinboecks Langfilmdebüt (das einzig bedeutende Österreichs bis Edwin Zboneks AM GALGEN HÄNGT DIE LIEBE, 1960) findet dafür in einer Novelle Alexander Lernet-Holenias eine (fast perfid-) perfekte Plotkonstruktion in Gestalt eines Identitätentauschs, der nahelegt, dass mit den Juden auch die Nicht-rassisch-Verfolgten starben. (Olaf Möller)