STILLE NACHT, HEILIGE NACHT

Weltweit älteste Verfilmung aufgefunden

Rechtzeitig zum Jubiläum »200 Jahre Stille Nacht, heilige Nacht« verzeichnete das Filmarchiv Austria einen Sensationsfund. Im Zuge einer Schwerpunkt-Recherche zum Thema Salzburg gelang es, die weltweit frühesten Filmaufnahmen des Stille-Nacht-Sujets in der eigenen Sammlung zu identifizieren.

 

Bemerkenswert ist nicht nur das Alter des Films – die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1910 – sondern auch das Genre, dem es angehört. Es handelt sich bei der neu aufgefundenen 35mm-Nitrofilmrolle nämlich um ein sogenanntes Tonbild, einer seltenen Vorform des Tonfilms. Bei der Vorführung eines solchen Tonbildes wurde ein Filmstreifen synchron zur Tonaufnahme abgespielt und erzeugte so die Illusion „singender Bilder“. Diese filmhistorischen Raritäten wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts produziert und stellen somit die älteste Form des Musikvideos dar.

STILLE NACHT, HEILIGE NACHT

Tonbild, D 1910
Rekonstruierte und digital restaurierte Fassung © Filmarchiv Austria, 2018

Fernseh-Erstausstrahlung

24.12., ca. 13:40 auf ORF 2
Artikel auf orf.at

STILLE NACHT, HEILIGE NACHT Tonbild 1910

Das Tonbild STILLE NACHT, HEILIGE NACHT zeigt einen weihnachtlichen Kirchenbesuch anno 1910. Während der Heiligen Messe erscheint den Besuchern die Vision einer Krippenszene, die mittels einer damals neuartigen Doppelbelichtung realisiert worden ist. Das weihnachtliche Ambiente wurde mit Kulissenbauten dargestellt, die Aufnahmen wurden vermutlich in einem Glasatelier gedreht.

 

Das Filmarchiv Austria hat zur Konservierung dieser ältesten Stille-Nacht-Aufnahme der Filmgeschichte eine Kombination aus analoger Sicherung und digitaler Restaurierung gewählt. Durch diese Strategie werden die historischen Bilder nicht nur unter optimalen Bedingungen archiviert, sondern können auch auf unkomplizierte Weise mit der weiteren Öffentlichkeit in digitaler Form geteilt werden.

 

Ergänzt wurden die Filmbilder um die Tonaufnahme einer historischen Schellackplatte, wodurch es nun – nach mehr als 100 Jahren – wieder möglich ist, dieses bemerkenswerte Filmdokument in seiner ursprünglichen Form zu sehen.