Retrospective
 

Göttliche Garbo!

Queen of Hollywood

2.4.–24.4.2020

Unbestritten zählt Greta Garbo zu den größten Filmstars aller Zeiten. Noch heute werden ihre geheimnisvolle Ausstrahlung und ihre zeitlose Schönheit verehrt, ihr Bekanntheitsgrad ist ungebrochen. Im Gegensatz dazu sind viele ihrer Filme in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geraten. Der Mythos um die »schwedische Sphinx« hat sie, wie es scheint, nicht nur überdauert, sondern liegt fast schattenhaft über ihnen.

 

Anlässlich ihres 30. Todestages und begleitend zur neuen Ausstellung »Kino Welt Wien« präsentieren wir in der ersten Retrospektive in Österreich eine Auswahl von 16 Filmen, die die Garbo in ihrer vollen Kunst und Bandbreite zeigen: als eine Ausnahmeschauspielerin, die zur Ikone wurde.


Göttliche Garbo! Queen of Hollywood

Retrospektive vom 2. bis 24. April 2020

Kurator

Florian Widegger

Ticketreservierung

reservierung@filmarchiv.at
+43 1 512 18 03 (täglich 14:00–21:00)

Spielort

METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4, 1010 Wien
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»Wenn gesagt werden könnte, Hollywood hatte eine Königin, dann war es Greta Garbo!«, attestierte dereinst sogar Orson Welles (an anderer Stelle wenig zimperlich). Im September 1905 in ärmlichen Verhältnissen als Greta Lovisa Gustafsson geboren, zieht es sie früh auf die Theaterbühnen. Das erste Mal steht sie mit 16 Jahren als Hut-Model vor der Kamera, das erste Filmengagement lässt nicht lange auf sich warten. In der Slapstickkomödie LUFFAR-PETTER hat sie einen kleinen Auftritt als Badeschönheit im Bikini, der in der Presse wohlwollend wahrgenommen wird. Sie kündigt daraufhin ihre Stelle und schreibt sich an der Schauspielakademie in Stockholm ein. Dort wird sie von keinem Geringeren als Mauritz Stiller entdeckt, damals Schwedens wohl renommiertester Regisseur, der sie für seine Literaturverfilmung GÖSTA BERLINGS SAGA engagiert. Darüber hinaus rät er ihr auch dazu, einen Künstlernamen anzunehmen: die Geburt von Greta Garbo.

 

Der Film wird zu einem durchschlagenden Erfolg, und Garbo erhält einen Part an der Seite der dänischen Diva Asta Nielsen in G. W. Pabsts DIE FREUDLOSE GASSE. Gemeinsam mit ihrem Mentor Stiller geht sie in die USA, wo dieser bei MGM unterkommt und seiner Muse erste Rollen in Hollywood verschafft. Der Rest ist Filmgeschichte. Zunächst sind ihre Figuren noch wenig spannend, doch um die Schauspielerin herum entsteht etwas Auratisches. Bei Presse und Publikum kommt die Garbo immer mehr an, und unter der Regie von Clarence Brown und mit Kameramann William Daniels gelingt ihr endgültig der Durchbruch als Liebesgöttin auf der Leinwand – ein Image, das sie schon bald abzustreifen versucht. Wie es sich für einen Star gehört, entwickelt auch Greta Garbo im Lauf der Zeit ihre Allüren und nimmt mehr Mitsprache bei der Rollenauswahl und höhere Gagen für sich in Anspruch. Der Presse gewährt sie bis zu ihrem Tod keine Interviews mehr – ein Umstand, der wohl ebenfalls zur Legendenbildung beiträgt.

 

Den Umstieg vom Stummfilm zum Tonfilm meistert sie – im Gegensatz zu vielen ausländischen Kollegen – mit Bravour. Sie spielt große Frauenfiguren, die für die Liebe leiden, in QUEEN CHRISTINA, ANNA KARENINA, MATA HARI oder CAMILLE. Die ersten Oscarnominierungen lassen nicht lange auf sich warten. Allen Erfolgen zum Trotz bleibt irgendwann das Publikum aus, die Garbo gilt 1938 sogar als »Kassengift«. In Ernst Lubitschs Komödie NINOTCHKA gelingt ein kurzes, fulminantes Comeback, doch schon ihr nächster Film TWO-FACED WOMAN beendet die große Karriere für immer. Der einst gefeierte Hollywoodstar zieht sich von der Öffentlichkeit zurück und stirbt am 15. April 1990 in New York. (Florian Widegger)

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Göttliche Garbo!

»Wenn gesagt werden könnte, Hollywood hatte eine Königin,
dann war es Greta Garbo!«

Orson Welles