Retrospektiven
 

Bernhard Sallmann

Landschaften Menschen Filme

30.4.–11.5.2022

Termine

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MI 4.5., 18:30  Vortrag »Sallmann-Material«
Bernhard Sallmann erläutert anhand unterschiedlicher Materialien seinen Arbeitsprozess und gewährt Einblick in sein Schaffen und aktuelle Projekte.
Eintritt frei, Reservierung erbeten!

Wer in den vergangenen Jahren bereits BesucherIn des wunderbaren Crossing Europe Filmfestivals in Linz war, dem oder der könnte der Name Bernhard Sallmann und seine Arbeit bereits untergekommen sein. Regelmäßig ist der 1967 in Oberösterreich geborene und mittlerweile in Berlin lebende Filmemacher dort mit seinen neuen Arbeiten zu Gast und sorgt für leuchtende Augen: Auf der Leinwand entfaltet sich ein ganz eigener Kosmos, mit kaum etwas zu vergleichen, in dem einem das Kino und das Filmemachen nahezu schwerelos vorkommen. Dass es seine Filme bislang nie nach Wien geschafft haben, ist eigentlich ein unerklärlicher Umstand, den diese Werkschau nun – zwei Jahre, nachdem sie eigentlich hätte stattfinden sollen – in vollständiger Form zu ändern gedenkt.

 

In Kooperation mit Crossing Europe (27. April bis 2. Mai), wo Sallmanns neueste Arbeit BERLIN JWD seine Uraufführung feiert.


Bernhard Sallmann

Retrospektive vom 30. April bis 11. Mai 2022

Kurator

Florian Widegger

Ticketreservierung

reservierung@filmarchiv.at
+43 1 512 18 03 (täglich 14:00–21:00)

Spielort

METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4, 1010 Wien
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Covid-19

Informationen zu den geltenden Schutzmaßnahmen finden Sie hier.

»ES MÜSSEN DIE DINGE WIRKLICH DURCH MEINE FÜSSE GEHEN«

Bernhard Sallmann
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Sallmanns Zitat aus einem Interview in kolik.film 2014 anlässlich der Österreich-Premiere seines Strindberg-Films DIE WELT FÜR SICH UND DIE WELT FÜR MICH steht nicht nur als Überschrift in besagtem Artikel, es steht in gewissem Sinne auch ganz grundsätzlich für die Arbeitsweise des Filmemachers. Nicht von ungefähr hat er sich zuletzt mit einem viel beachteten Zyklus zu Theodor Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg inspirieren und leiten lassen, die Landschaft rund um seine Wahlheimat Berlin zu erkunden. Erkunden bedeutet in diesem Fall tatsächlich, lange Spaziergänge oder regelmäßige Fahrradtouren zu unternehmen, die Natur in sich aufzusaugen, sich ins Gedächtnis einzuprägen und aus diesem Fundus Bilder auf Film zu bannen, die mehr sind als das, was sie zeigen: gelebte Erfahrungen.

 

1988 verschlägt es den Publizisten und Germanisten Sallmann aus Salzburg nach Westberlin, um dort Medienwissenschaft zu studieren. Mit dem Fall der Berliner Mauer öffnet sich auch sein Bewegungsradius, es war, »als strömte plötzlich ganz viel neue Luft in mich rein. […] Im Nachhinein hat sich das als eine Quelle herausgestellt, aus der sich die jetzigen Filme noch speisen.« Schon als er noch in Österreich lebt, dreht er seinen ersten kurzen Film über den Papstbesuch und beschäftigt sich intensiv mit dem Kino, etwa mit jenem von Straub/Huillet, über deren Film KLASSENVERHÄLTNISSE er seine Diplomarbeit verfasst. 1998 beginnt er sein Regiestudium an der HFF Konrad Wolf Potsdam-Babelsberg und damit auch sein »professionelles« Filmemachen.

 

Bereits die ersten Arbeiten werden auf Festivals herumgereicht und zum Teil sogar im Fernsehen ausgestrahlt. Dies verschafft Sallmann die Möglichkeit, sich innerhalb schwieriger und limitierter Produktionsbedingungen auszuprobieren. Die recht gravierenden Einmischungen seitens der TV-Redakteure bei TRÄUME DER LAUSITZ sorgen allerdings für eine Zäsur und lassen seine Arbeiten seither noch intimer und freier wirken. Die vielschichtigen Beziehungen zwischen Landschaft, Text, Biografie und Geschichte stellt der wandernde Filmemacher auf inzwischen unverkennbare Art und Weise aus. Sallmann-Filme sind zum Durchatmen, Innehalten, Spüren. Man kann in ihnen flanieren und wird von ihnen unglaublich reich beschenkt. Kino für Entdecker! (Florian Widegger)

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