Oskar Werner Mensch, Kunst, Mythos Ausstellung 24.3.2022–29.1.2023

Oskar Werner, der Geniale, Unbeugsame, Kompromisslose, der Unangepasste, der Weltberühmte – aber auch der Exzentriker, der Schwierige, Selbstzerstörerische und letztlich der am Leben Gescheiterte. Oskar Werner, einer der größten Schauspielstars Österreichs, wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Das Filmarchiv Austria würdigt den Wiener Ausnahmekünstler im METRO Kinokulturhaus mit einer großen Ausstellung, einer umfassenden Filmretrospektive und einer neuen Publikation. Der im Filmarchiv aufgearbeitete und nun erstmals veröffentlichte Nachlass ermöglicht ganz neue Einblicke in die Kunst und das Leben des Oskar Werner.

EINE KINDHEIT IN WIEN

OSKAR WERNERS GUMPENDORF



Oskar Werner in der Marchettigasse in Wien, Anfang 1930er-Jahre

 

 

 

 

Am 13. November 1922 in der Gumpendorfer Marchettigasse 1a geboren, wächst Oskar Josef Bschliessmayer in einfachen Verhältnissen auf. Der noch vom Ersten Weltkrieg gezeichnete Wiener Alltag, die frühe Scheidung der Eltern und ein Selbstmordversuch der Mutter prägen die schwierigen Kindheitsjahre.

 

Fotos: Oskar Werner, 1924 | Oskar Werner in der Marchettigasse, um 1935

UNBEKANNTE KARRIERE

FRÜHE AUFTRITTE IM FILM UND IM RADIO


In dieser Zeit entdeckt er sein Talent als Schauspieler und Stimmkünstler. Erste Auftritte im Schultheater sind eine willkommene Abwechslung zum tristen Unterricht, dem er immer weniger folgen will. Schon früh bewirbt sich Oskar beim Radio, bald auch beim Film. Im Nachlass findet sich ein Ordner, der seine ersten Karriereschritte dokumentiert und zeigt, dass er in jungen Jahren schon wesentlich produktiver war als bisher angenommen.

Oskar Werners Sammelordner, 1938–1947
Oskar Werners erste Komparsenrolle in GELD FÄLLT VOM HIMMEL, 1938

Zwischen 1938 und 1947 ist Oskar Werner in nicht weniger als 11 Filmen zu sehen und 70 Radiosendungen zu hören. Dazu kommen erste Theaterauftritte im Kabarett »Der Beißkorb« (1940) und im Theater »Die Komödie« (1941) – heute der Historische Saal im METRO Kinokulturhaus. Bei diesen frühen Engagements legt er bereits seinen bürgerlichen Namen Bschliessmayer ab und tritt als Oskar Werner auf.

Franz Grillparzer: »Das goldene Vließ« von Leonhard Epp in Die Komödie, 20. Jänner 1941

OSKAR WERNER UND DER NATIONALSOZIALISMUS

ENGAGEMENT GEGEN DEN KRIEG


Der Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich wird für Oskar Werner zu einer traumatischen Erfahrung, die er sein ganzes Leben zu verarbeiten versucht.

Oskar Werner mit seiner Mutter, um 1941 | Oskar Werner in Wehrmachtsuniform, um 1941

Nach einem ersten Engagement am Burgtheater 1941 muss er schon 1942 zur Wehrmacht einrücken, Bemühungen der Theaterleitung, ihn unabkömmlich zu stellen, bleiben erfolglos. 1945 entzieht er sich dem Kriegsdienst, desertiert und flüchtet nach Baden.

Oskar Werners Mitgliedsausweis der Reichstheaterkammer, gültig ab 1. Oktober 1941
Programmzettel »Das Lied vom Buchenwald«, 1945



Bereits kurz nach dem Krieg reagiert Oskar Werner auch künstlerisch auf die Erfahrungen des Nationalsozialismus. Im Juni 1945 tritt er im Volksheim Ottakring bei einem Rezitationsabend mit dem Titel »Das Lied von Buchenwald« auf. Die von ihm später vorgetragenen »Gedichte gegen den Krieg« werden zu einem hochemotionalen Bühnenereignis.

Auch in seiner Theater- und Filmarbeit widmet sich Oskar Werner immer wieder der NS-Zeit. Bis zu seinem Lebensende bleibt er ein Mahner gegen den Krieg, 1983 etwa organisiert er privat eine Gedenkveranstaltung im KZ Mauthausen und noch im Jahr seines Todes, 1984, veranstaltet er im Palais Auersperg eine »Gedenkfeier für Juden«. Auf der anderen Seite verehrte er mit Werner Krauß und Josef Weinheber Künstler, die mit dem NS-System kollaborierten.

Oskar Werner beim Pflanzen eines Baums in Israel, 1972 | Oskar Werner bei seiner Gedankveranstaltung im ehemaligen KZ Mauthausen, Oskar Werner Festival Wachau, 1983

EWIGE LIEBE

OSKAR WERNER UND ELISABETH KALLINA



Liebesschwur Elisabeth Kallinas an Oskar Werner, 18. Juli 1944 |

Am Burgtheater lernt Oskar Werner die 12 Jahre ältere Schauspielerin Elisabeth Kallina kennen und zieht in ihre Wohnung im berühmten »Hochhaus« in der Wiener Herrengasse ein. Kallina verhilft in der NS-Zeit verfolgten Juden zur Flucht aus Österreich und engagiert sich für karitative Projekte. Am 15. August 1944 kommt ihre Tochter Eleonore zur Welt.

Die 1946 geschlossene Ehe mit Oskar Werner wird 1953 wieder geschieden, dennoch bleiben die beiden freundschaftlich miteinander verbunden. Seine zweite Ehefrau wird Anne Power, aus einer späteren Beziehung mit Diana Anderson wird 1966 Sohn Felix geboren.

Oskar Werner mit seinem Sohn Felix, Los Angeles, 1967

AUF DEM WEG NACH HOLLYWOOD

BEGINN EINER GROSSEN KARRIERE


Filmausschnitt DER ENGEL MIT DER POSAUNE, A 1947/48

Mit der Übernahme der Rolle des Hermann Alt in DER ENGEL MIT DER POSAUNE (1947/48) startet Oskar Werners außergewöhnliche Filmkarriere. Nach bemerkenswerten Auftritten in österreichischen Produktionen wird Hollywood auf ihn aufmerksam.

Filmausschnitt EROICA, A 1947/49

1950 verlässt er Wien und unterzeichnet einen 7-Jahres-Vertrag mit der 20th Century Fox. Seine erste Hollywoodproduktion wird DECISION BEFORE DAWN (1950).

Porträtfotografie der 20th Century Fox, um 1950 | Oskar Werner und Hildegard Knef in DECISION BEFORE DAWN, USA 1950

KUNST UND LEBEN

EINE UNAUFLÖSLICHE LIASION


Trotz des frühen Ruhms lehnt Werner alle weiteren Rollenangebote der 20th Century Fox in Hollywood ab, der kompromisslose Schauspieler fühlt sich künstlerisch eingeengt und der Vertrag wird vorzeitig aufgelöst. Erst wenn seine ganze Persönlichkeit in den Rollen sichtbar ist, wenn die Kunst und das Leben miteinander förmlich verschmelzen, sieht Werner die eigenen hohen Ansprüche eingelöst. Die Schauspielerei ist für ihn dabei weniger Darstellung als Daseinsform.

»Man muss so nahtlos der Mensch werden, dass das Publikum nicht mehr hineinschauen kann. Es muss ›dicht‹ werden.«

Oskar Werner in einem Interview mit dem Filmemacher Karl Schedereit

Zur Rolle seines Lebens wird der Hamlet. Lothar Müthel bietet ihm an der Städtischen Bühne in Frankfurt erstmals den Part des dänischen Prinzen im berühmten Shakespeare-Stück an. Die Premiere der Produktion im Jänner 1953 in Frankfurt am Main zählt zu Werners größten Theatertriumphen.

»Ich merke, dass Hamlet für mich geschrieben ist. In jeder Rolle findet man etwas von sich selbst. Aber im Hamlet habe ich einen Zwillingsbruder gefunden.«

Oskar Werner, 1953

WELTSTAR DES KINOS

PABST, OPHÜLS, NOUVELLE VAGUE UND HOLLYWOOD


In den 1950er-Jahren verfestigt sich Oskar Werners Ruf als exzentrischer Ausnahmekünstler, sein Charisma macht ihn für internationale Filmproduktionen immer begehrenswerter. Stars des deutschsprachigen Regiekinos engagieren ihn für Prestigeprojekte. In G. W. Pabsts DER LETZTE AKT brilliert Werner als Hauptmann Wüst, dem pazifistischen Gegenspieler von Adolf Hitler. Max Ophüls’ LOLA MONTEZ (1955) avanciert zur bis dato teuersten Nachkriegsproduktion, Oskar Werner spielt hier Seite an Seite mit Adolf Wohlbrück, Will Quadflieg und Peter Ustinov.

Filmausschnitt DER LETZTE AKT, A 1954/55

1958 übernimmt Werner in EIN GEWISSER JUDAS neben der Hauptrolle zum ersten und einzigen Mal auch die Regie. Die für den ARD und SWF realisierte Arbeit gilt heute als eine der interessantesten TV-Produktionen der 1950er-Jahre. 1960 holt ihn Direktor Ernst Haeusserman wieder ans Burgtheater, die Rückkehr auf die erste Bühne Wiens wird zum Triumph und festigt Werners Starimage.

EIN GEWISSER JUDAS, BRD 1958

Nicht zuletzt durch Oskar Werners Auftritt in LOLA MONTEZ wird der Nouvelle-Vague-Regisseur François Truffaut auf ihn aufmerksam und bietet ihm eine Rolle im Beziehungsdrama JULES ET JIM an. Für Werner geht ein Traum in Erfüllung, trotz sprachlicher Barrieren entwickelt sich mit Truffaut eine harmonische Zusammenarbeit. JULES ET JIM wird zu einem Hauptwerk der Nouvelle Vague und schreibt Filmgeschichte.

Jeanne Moreau, Henri Serre und Oskar Werner in JULES ET JIM, F 1961

»Geschätzter Oscar [sic!], ich möchte dir unbedingt sagen, persönlich finde ich dich in unserem Film überwältigend, du hast aus Jules einen großartigen Protagonisten gemacht, ich danke dir, ich bewundere dich, ich liebe dich, ich umarme dich.«

François Truffaut

Oskar Werner erhält nun gleich mehrere Filmangebote aus Hollywood. Er entscheidet sich für die Rolle des Schiffsarztes Dr. Schumann in SHIP OF FOOLS. Im Mai begibt er sich per Schiff in die USA, um hier in möglichst authentischer Form das Milieu des Films zu studieren. Die Zusammenarbeit mit Regisseur Stanley Kramer und dem Starensemble des Films wird zur produktivsten seiner Filmkarriere.

Privataufnahmen Oskar Werner, USA Reise, 1960er-Jahre

»It is so gratifying that the heart of SHIP OF FOOLS should be in the hands of one of the world’s greatest actors […]«

Abby Mann, Drehbuchautor von SHIP OF FOOLS

OSKAR WERNER IN NEW YORK

PROMOTIONSSERIE MIT STARFOTOGRAF SAM SHAW


Als SHIP OF FOOLS im Sommer 1965 in den USA und danach in Europa in die Kinos kommt, steht Oskar Werner im Zentrum einer umfangreichen PR-Kampagne. Neben zahlreichen Radiointerviews, TV-Auftritten und einer Homestory für die auflagenstarke Zeitschrift Life posiert Werner für eine von Starfotograf Sam Shaw konzipierte Fotopromotionserie in New York.

Sam Shaw: Oskar Werner in New York, 1965

EIN LEBEN IM FILM

OSKAR WERNERS PRIVATFILME


Während Oskar Werner in Frankreich und Hollywood großes Kino macht hält er Augenblicke seines privaten Lebens immer wieder mit der Schmalfilmkamera fest. Dabei werden einige intime Einblicke in sein Familienleben aber auch Aufnahmen rund die Dreharbeiten zu seinen Filmen verewigt. Gerne führt er sein selbst gedrehtes Material mitunter zusammen mit Schmalfilm-Versionen von Chaplin- und Laurel&Hardy-Klassikern sowie seinen eigenen Kinofilmen im Familien- und Freundeskreis vor.

Privataufnahmen Oskar Werner: Mit Sohn Felix in Los Angeles, 1967

WEITERE KARRIEREHÖHEPUNKTE

OST-WEST-DRAMA UND SCIENCE-FICTION


Mit SHIP OF FOOLS ist Oskar Werner endgültig zum Weltstar des Kinos aufgestiegen. Ein Erfolg, der ihm eine Nominierung für den Golden Globe (bester Hauptdarsteller) und den New York Film Critics Award einbringt.

Auch der Wiener Filmemigrant Walter Reisch ist angesichts der Werners Performance in SHIP OF FOOLS begeistert und gerührt.

»There were moments in your performance that where absolutely unexpected by me, a charm and a nostalgia, or, if I may put it in our mothers tongue, eine Wehmut, that I will never forget.«

Walter Reisch in einem Brief an Oskar Werner

Das Spionagemilieu des Ost-West-Konfliktes inmitten des Kalten Krieges thematisiert die britische Produktion THE SPY WHO CAME IN FROM THE COLD (1965). Oskar Werner übernimmt neben Richard Burton eine Hauptrolle und knüpft hier wieder an sein Lebensthema, die Bewältigung des Nationalsozialismus, an. Nachdem er zuvor bei Regisseur Martin Ritt einige Änderungen im Drehbuch durchgesetzt hat, überzeugt Werner vor der Kamera mit der von ihm verkörperten Figur des Fiedlers. Dafür gewinnt er den Golden Globe als bester Nebendarsteller.

Richard Burton, Oskar Werner, Sam Wanamaker und Regisseur Martin Ritt bei den Dreharbeiten zu THE SPY WHO CAME IN FROM THE COLD, USA 1965

1965 engagiert François Truffaut Oskar Werner für die Hauptrolle in FAHRENHEIT 451, der ersten englischsprachigen Produktion des französischen Nouvelle-Vague-Regisseurs. Die Dreharbeiten gestalten sich aber schwierig, für Werner bildet die Szene mit der Bücherverbrennung eine klare politische Referenz an den Nationalsozialismus, Truffaut sieht das anders. Es kommt zum Zerwürfnis, das den Erfolg von FAHRENHEIT 451 jedoch nicht schmälert.

DER KOMPROMISSLOSE

ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT


Am Zenit seiner Karriere übernimmt Oskar Werner die Hauptrolle in der Hollywoodproduktion INTERLUDE (1967). Auch hier zeigt er sich mit dem Drehbuch unzufrieden und macht weitere Verbesserungsvorschläge für die Kostüme und die Filmmusik. Die Produzenten gehen nur zum Teil auf Werners Kritik ein, als Folge verweigert er seine Teilnahme an der Premiere.

Aufnahmen von Dreharbeiten zu INTERLUDE, USA 1967

Längst hat sich Oskar Werner den Ruf des Schwierigen erworben, der bei jedem Projekt um künstlerische Mitbestimmung kämpft. Von Film zu Film werden Werners Verträge zunehmend komplizierter und mit immer mehr Klauseln und Auflagen versehen. Dies ist auch bei THE SHOES OF THE FISHERMAN (1968) der Fall, wo er die ihm zunächst angebotene Rolle des Papstes ausschlägt und dafür jene des Telemonds übernimmt.

Premierenticket zu THE SHOES OF A THE FISHERMAN im L'enfant Theatre, Paris, 1968
Oskar Werner und Anthony Quinn in THE SHOES OF A FISHERMAN, USA 1968

Anspruch und Wirklichkeit klaffen nun noch weiter auseinander. Einerseits ist es Oskar Werner selbst der immer wieder Rollen ablehnt (u.a. THE SOUND OUF MUSIC von Robert Wise, MICHAEL KOHLHAAS von Volker Schlöndorff, LUDWIG II. von Luchino Visconti) andererseits werden aber auch die Angebote immer weniger. Mit Oskar Werner zu arbeiten gilt mittlerweile als großes Risiko.

LETZTE FILMERFOLGE

COLUMBO-AUFTRITT UND GOLDEN-GLOBE-NOMINIERUNG


Erst nach einer Filmpause von 6 Jahren kehrt Oskar Werner für die Folge »Playback« der legendären TV-Serie COLUMBO nach Hollywood zurück. Auch hier ist er zunächst nicht überzeugt und sucht den Rat des von ihm verehrten Fritz Lang. Dieses Gespräch begleitet Werner mit seiner privaten Filmkamera.

Privataufnahmen Oskar Werner: Gespräch mit Fritz Lang, ca. 1975
Peter Falk und Oskar Werner in der COLUMBO-Folge PLAYBACK, USA 1974

Seine letzte Filmrolle übernimmt Oskar Werner in der britisch-amerikanischen Produktion VOYAGE OF THE DAMNED (1975/76). Erneut reklamiert er eine andere Rolle für sich als die ihm vorgeschlagene, und erneut gelingt ihm damit eine Interpretation seines Herzensthemas. Mit der Darstellung des Professor Kreisler, der sich für die Würde der Menschen und die Freiheit der Juden engagiert, kann sich Werner wieder uneingeschränkt identifizieren und bringt es noch einmal zu einer Golden-Globe-Nominierung.

Oskar Werner und Faye Dunaway in YOAGE OF THE DAMNED, GB/USA 1975/76 | Faye Dunaway, Oskar Werner und Regisseur Stuart Rosenberg bei Dreharbeiten zu VOAGE OF THE DAMNED, GB/USA 1975/76

AM LEBEN ZERBROCHEN

DIE SELBSTZERSTÖRUNG DES OSKAR WERNER


Ab 1980 lebt Oskar Werner, der seit den 1950er-Jahren auch ein Domizil in Liechtenstein besitzt, wieder in Österreich. Zusehends von Depressionen und Alkoholproblemen gezeichnet, zieht sich der Schauspielstar nun in seine Wiener Wohnung in der Trautsongasse zurück. Bemühungen, größere Projekte wie eine FAUST-Produktion mit dem ORF oder eine Rückkehr ans Burgtheater zu realisieren, scheitern an restriktiven Auflagen der Veranstalter und nicht zuletzt an Oskar Werner selbst.

Oskar Werner in seiner Wohnung in der Trautsongasse, 1980er Jahre

1983 versucht Oskar Werner mit einem eigenen »Wachau-Festival« ein Comeback in Krems. Die ursprünglich geplanten 35 Veranstaltungen reduzieren sich auf eine Lesung und eine Vorstellung von Kleists Prinz Friedrich von Homburg.

Oskar Werner als Prinz Friedrich von Homburg beim Oskar Werner Festival Wachau, Krems, 1983

Werner vermag es nicht mehr, sein Alkoholproblem zu überspielen, die Aufführung gerät zum Desaster. 1984 begibt sich Werner nochmals auf eine Vortragstournee nach Deutschland, wo er am 23. Oktober in einem Hotel in Marburg an der Lahn an einem Herzinfarkt verstirbt. Auf eigenen Wunsch wird er auf dem Friedhof seiner Wahlheimat Triesen (Liechtenstein) begraben.

Traueranzeige zu Oskar Werners Tod am 23. Oktober 1984

Zurückgelassen hat Oskar Werner ein großartiges, manchmal auch widersprüchliches Werk, das vor allem durch seine Stimme und seine Filme lebendig bleibt. Immer wieder vermeint man zu spüren, dass Werner die Möglichkeiten überragt, die ihm geboten wurden. 100 Jahre nach seiner Geburt und fast 40 Jahre nach seinem Tod ist die Popularität Oskar Werners nahezu ungebrochen. Dem Mythos des grenzgenialen Jahrhundertkünstlers aus Wien scheint noch ein langes Leben beschert zu sein.

»Er blieb für mich immer eine Stimme aus einer anderen Welt.«

Roland Neuwirth
Oskar Werner liest Erich Mühsam »Kriegslied« im Wiener Musikvereinssaal, Februar 1983


Ausstellung

100 Jahre Oskar Werner

Neuerscheinung

Katalog »Oskar Werner«

Filmprogramm

Oskar Werner

Mit Dank an